"Du kommst hier net rein!"

Seit ich 17 Jahre alt bin zieht es mich mindestens zweimal die Woche hinaus in das Nachtleben Münchens. Grob überschlagen habe ich also ca. 600 Nächte in angesagten Diskotheken hinter mir. Allerdings finde ich es fast genauso spannend was vor den heiligen Hallen passiert, dort wird nämlich im Akkord aussortiert. Grund genug mal bei meinem Freund Mike Lierzer, seines Zeichen seit 15 Jahren Türsteher, nachzufragen, warum es die meisten Leute nicht an ihm vorbeischaffen. Ich, als Profinachtschwärmerin habe diese Insiderinformationen in totsichere Tips verwandelt, damit ihr nie mehr die grausame und unwahre Floskel "Heute nur für Stammgäste" hören müsst...

1. Der frühe Vogel...
Die Clubs füllen sich zwischen 0 Uhr 30 und 1 Uhr sehr schnell. Wenn der Laden schon fast voll ist wird der Gorilla an der Tür extrem wählerisch und lässt nur noch Stammgäste rein. Deshalb solltest du gegen 23 Uhr 45 auftauchen. Dann hat der Türsteher noch die Aufgabe möglichst schnell einige Leute in die Disco zu bekommen, damit die Stimmung steigt. Vielleicht ist außer dir und der Klofrau noch keiner da aber du bist erstmal drin.

2. Gruppenticket
Frauen haben es generell leichter an der Tür denn jeder Security hat die Anweisung möglichst viele sexy Mädels in den Laden zu lassen, da diese jeden Club schmücken und für glückliche Männer sorgen. Und ein glücklicher Mann bleibt länger und gibt viel Geld aus. Auch wenn nun die ganze Gruppe als Angela Merkel Double durchgehen würde, reicht in der Regel ein hübsches Mädchen um die anderen mitzuziehen.
Bei Männern ist die Sache grundlegend anders und Gruppen sind nicht erwünscht. Erstens weil sie als „Bande“ ein Sicherheitsrisiko bedeuten könnten und zweitens weil ein Männerüberschuss nur am Christopher Street Day erstrebenswert ist. Also solltet ihr euch aufteilen und zu zweit oder dritt mit etwas zeitlichem Abstand zum Türsteher kommen. Generell sollte der weniger stylische Mann immer versuchen eine Frau dabeizuhaben denn ein hübsches Mädchen darf selbst den letzten Zombie mitbringen.

3. Kleider machen Party
Der Mann an der Tür hat von seinem Chef die Aufgabe eine Mischung an Leuten in die Diskothek zu lassen, die zueinander passen. Das ist wichtig für die Atmosphäre und den Frieden. Oder wie würde das aussehen wenn ein paar Skinheads auf einer HipHop Party auftauchen? Allerdings hat er nur dein äusserliches Erscheinungsbild um dich zu beurteilen, also heißt es anpassen. Nehmen wir mal das P1. Dort würdet ihr mit folgendem Outfit jederzeit reinkommen: Für Jungs wäre das eine schlichte blaue Jeans ohne Scherze wie Schrift auf dem Po, dazu ein einfaches Poloshirt oder ein weißes Hemd. Turnschuhe sind nicht gern gesehen aber Converse Chucks gelten als Kultschuh und sind im geputzten Zustand erlaubt. Keinesfalls bitte Ed Hardy Shirts, mit denen outet man sich schon am Parkplatz als Trottel. Für Mädchen gilt sexy und elegant. Ein einfarbiges kurzes Kleid mit netten High Heels und passender Tasche sind deine Eintrittskarte durch jede Tür. Mehr Femme Fatal als Bordsteinschwalbe bitte.
Und um Himmels willen keine Fakes! Egal was die Vogue uns seit Jahren erzählen will, Geschmack hat nichts mit Geld zu tun und es gibt nichts Peinlicheres, als in einer teuren Disko mit einer gefälschten Tasche zu stehen. Es gibt zu viele Frauen dort die das Original besitzen und dich liebend gern sofort auffliegen lassen.

4. Benehmen
Ob man es nun glauben mag oder nicht, der Türsteher steht nicht nur vor dem Club um dich vor Allen zu demütigen sondern es ist seine vorrangige Aufgabe als Security Ärger zu vermeiden. Deswegen ist es extrem wichtig sich ordentlich zu verhalten und nicht betrunken zu sein. Als Prolet mit Vollrausch wirst du es nie in eine wirklich gute Diskothek schaffen. Verständlicherweise haben die es ganz ungern wenn man seinen Mageninhalt vor den Stammgästen herzeigt. „Warm-up“-Saufen fällt also aus.

Wenn du diese 4 Regeln befolgst und nicht aussiehst wie Claudia Roth oder Guildo Horn wird nichts mehr schiefgehen.
Mein Geheimtip ist übrigens momentan der „Crowns Club“ an der Maximilianstraße. Die Musik ist mit einer Mischung aus House und R&B sehr tanzbar und das Publikum bunt gemischt. Dort muss ich nicht zwingend meine High Heels rausholen sondern kann auch relaxed mit Turnschuhen durch die sehr schöne, gerade renovierte Lokation tanzen.

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