Also,so geht´s ja nicht ! Oder: Google bei Nacht

Es ist 3:07 Mittwoch Morgen. Da sollte ich schlafen. Um dann morgen aufzustehen und Irgendwas brutal produktives, vielleicht sogar kreatives zu machen. Weltherrschaft an mich reißen oder so. Stattdessen sitze ich auf der Couch und trinke „Jacky-Cola“ ! ! Allerdings aus Notwehr. Ich will überhaupt nicht aber ich lag gut 4 Stunden im Bett und versuchte zu schlafen. In den letzten 240 Minuten habe ich bereits Alles an pflanzlichen Schlafmitteln eingenommen, das zu finden war. Und, Überraschung, Salbei und sonstiges Unkraut konnten mir nicht helfen! Natürlich nicht ! Ich trage sogar mein äußerst geschmackvolles „Sandmännchen-Schlaf-Shirt“. Mehr kann man wohl wirklich nicht tun!

Nun sitze ich im Wohnzimmer und stopfe mich mit den letzten Plätzchen der Weihnachtszeit voll. Schlafstörungen machen nicht nur launisch und aggressiv sonder, zumindest in meinem spektakulären Fall, auch fett. Denn ich esse aus Langeweile. Und nach mehreren Stunden Anstarren der Decke kann man zurecht von Langeweile sprechen!
Gut, das kenne ich ja Alles schon seit Jahren. Ich habe kein Haustier oder engen Freund, der mich schon so lange durchs Leben begleitet, wie meine Schlafstörungen. Irgendwie gehören sie zu mir, inclusive der schlechten Laune am nächsten Morgen. Der besagte Morgen ist dann meist so um 13 Uhr. Manchmal verdanke ich dem nächtlichen,gänzlich unwillkommenen Leistungshöhepunkt ja auch gute Dinge, wie neue Texte oder das spontane Bedürfnis mir endlich ein Hobby zu suchen. Aber meistens nicht.
An den netten Wochentagen, Donnerstag bis Samstag, ist das ja kein Problem. Da gehen ich hinaus in die Nacht und rede mir, wie alle anderen Profi-Nachtschwärmer auch, ein, dass es keine Abnormität sei, mindestens 3 Nächte jede Woche zu feiern.

Aber an den bösen Wochentagen, Sonntag bis Mittwoch, stehe ich dumm da. Denn in diesen Nächten gehen nur Leute feiern, die selbst mir zu fertig sind. Also bleibe ich zu Hause. Dann habe ich sehr viel Zeit für verschieden Dinge. Ich koche, womit wir wieder bei meiner drohenden Fettleibigkeit wären. Oder ich google stundenlang Mist, wie jüngst die Entstehung der „Savannah-Katzen“ durch eine Kreuzung des exotischen „Serval“ mit einer domestizierten Hauskatze. Cool, mit dieser Info werde ich die Welt verändern. Und wenn nicht damit, dann mit meinem unerschöpflichen Wissen über Stoffwechselstörungen und/oder Schilddrüsenunterfunktion. Gelesen gestern Nacht.

Dieser ganze kranke Scheiß, ist für mich Alltag. Kein Schlaf, dafür ein Kopf voll unnützem, ergoogletem Wissen und ein paar Kilo zuviel.
Aber, dass ich jetzt aus Frust ein Glas „Jacky-Cola“ getrunken habe, ist neu. Nicht gut. Ich mache mir Sorgen. Nur wenige Erfolgsgeschichten beinhalten Trinken gegen Schlaflosigkeit. Wo soll das hinführen? In der Biografie von Oprah Winfrey steht sicher nicht „Ich trank jede Nacht Alkohol um am nächsten Tag mein Medienimperium aufzubauen!“.
Bin ich ein Alki? Ich habe das mal kurz gegooglet und der Test auf fokus.de sagt nein. Und der Fokus muss es wissen.
Trotzdem. Also, so geht`s ja nicht! Während ich am Küchentisch sitze und diesen Text verfasse, sehe ich mein Spiegelbild im Fenster und rede mir starke Parallelen zu den „Flodders“ ein. Muss bald Peter Zwegat meinen Jeep verpfänden weil ich soviel Whiskey kaufe? Oder, schlimmer, muss ich ins Dschungelcamp um meine Sucht zu finanzieren? Und was mache ich dann im Camp, wenn es da keine Alkohol gibt?

Nein, so geht es wirklich nicht! Nächstes Mal schreibe ich gleich einen Text und lasse das Glas Jacky vorher weg. Damit das mit dem Dschungelcamp nie passieren möge und die Interpunktion und Rechtschreibung besser ist. Das habt ihr nun wirklich verdient ...

An dieser Stelle dann noch ein Dank an Alle, die diesen Text nun lesen. Weil es euch gibt, kann ich jemandem erzählen, was mich beschäftigt. <3