Ich hätte da mal ein paar wichtige Fragen .. ?!

Es ist einer dieser komischen Tage, an denen ich auf der Couch sitze und unfähig bin irgendwas Produktives zu machen, weil ich dringend nachdenken muss.
Über weltbewegende Dinge. Wer denkt, dass ich jetzt von Religion und Hunger in Afrika anfange, dem kann ich nur sagen : „Besser wärs!". Aber es geht um die Frage: "Warum manche Menschen scheinbar immer wieder die falschen Entscheidungen in Sachen Partnerwahl treffen."
Wie banal aber wahr. In meinen jungen Jahren kann ich auf eine bescheidene Anzahl an Liebelein zurückblicken, aber sie alle teilen sich eine Tatsache: Anfangs sehe ich die große Liebe, Hollywood, Leidenschaft bis es weh tut, und „für immer und ewig“ und am Schluss habe ich mich wieder in Embryonalstellung auf meiner Couch, ne Flasche Jack Daniels, zu viele Mentholzigaretten, und die Frage: „Wie konnte es schon wieder soweit kommen?“. Das Bemerkenswerte an diesem Szenario ist, neben der herausragenden Armseligkeit, die Tatsache, dass ich jedes Mal danach scheinbar NICHTS gelernt habe.
Selbst ein Affe begreift schneller als ich. Böser Mann = Böse, nicht nett.
Aber ich mache daraus :
Böser Mann = Ach, es ist Schicksal, dass wir uns begegnet sind. Wartet nur alle ab. Ich werde sein blödes Steinherz erweichen. In seinem Innersten ist er doch weich wie ein flauschiges Häschen und ich werde dieses kleine Hasi befreien...

Und irgendwo muss doch da der Wurm drin sein, wenn ich am Schluss kein weiches Hasi entdeckt habe sondern, mit 2 Promille im Blut, Hass-SMS an den blöden Steinklotz schicke.
Jetzt behaupten manche Menschen ich wäre nicht gänzlich blöde aber, anscheinend verliere ich mindestens 50 IQ-Punkte sobald ich verknallt bin. Damit bin ich allerdings nicht alleine.
Am Sonntag besuchte ich ein Presseevent in München, und fand mich gegen 1 Uhr nachts mit zwei Bekannten an einem kleinen runden Tisch, abseits der Partymenge, wieder. Wir starrten alle, wie komplette Idioten, auf unsere Handys, und warteten auf eine SMS des jeweiligen Begierdeobjektes.
Mit Galgenhumor, und dem ein oder anderen Martini hielten wir uns über Wasser.
So kam ich zum Beispiel von der Toilette zurück und einer des Mitglieder unseres Looserclubs rief :“ Hey Sara! 3 Anrufe in Abwesenheit! Äah, ne, Scherz “.
Nebenbei möchte ich festhalten, dass wir diesen Looserclub beibehalten werden. Wir treffen uns einmal die Woche, und besprechen die unsinnige Lage miteinander.
Mitgliedsanträge können bei mir eingereicht werden. Es läuft ein bisschen wie bei den anonymen Alkoholikern, nur weniger anonym, dafür aber mit Alkohol.
Eines ist mir mittlerweile klar: Ich bin das Problem. Kein Scherz! Ich bin es schließlich, die all die netten Typen ignoriert, um in einem vollen Raum den Idiot zu finden.
Oder findet er vielleicht doch mich? Und ich bin es auch, die sich dann einbildet, diesen Menschen retten, und umerziehen zu müssen. Warum will ich denn jemand haben, den ich sowieso erstmal gänzlich ändern muss?
Sucht man unterbewusst eher ein „Projekt“ als eine Beziehung? Und warum ist mir sofort langweilig, wenn mal alles einen geregelten Gang geht? Ist man vielleicht süchtig nach Drama? Warum möchte ich auf den Satz „Ich liebe dich“ immer entweder „Du lügst!" oder „Ich muss weg!" entgegnen? Sobald der Mann perfekt für mich ist, und mich will, will ich ihn nicht. Das ist total daneben. Als würde man jahrelang eine Bruchbude zum Buckingham Palace renovieren, und dann sagen: „Ach, das ist jetzt aber bisschen protzig. Ich wills doch nicht mehr"!! Und dann zieht man weiter, um dann auszurasten, wenn jemand anders in den Palace zieht. Schließlich soll der für immer leer und einsam sein bitte!
Da wären wir auch schon bei meinem nächsten Problem.
Ich habe das Revierdenken eines Kampfhundes auf Speed. Nur hat mir leider noch keiner einen Maulkorb verpasst. Besser wäre es manchmal. Speziell für mich selbst. In meinem Kopf steht ein dominantes, böses Wort ganz groß, sobald ich jemand wirklich toll finde: MEINS!! Und wenn dann jemand auf die Idee kommt, mein Revier zu stürmen, werde ich irrational und total peinlich.
Neben den Selbstverständlichkeiten wie Kontrolle des Handys, kann ich auch richtig böse werden. Da können schon mal 5 Mädchen gleichzeitig des Nachtclubs verwiesen werden, weil sie meinen Mann anmachen. Gerne betreibe ich auch Prävention, und teile allen Exfreundinnen und Anwärterinnen persönlich mit, dass der Spass jetzt vorbei ist. Einen Teil dieses Wahnsinns kann ich sicher auf meine südländischen Wurzeln schieben. Zu meiner Verteidigung: mein Freund darf auch jederzeit all meine Mails lesen. Denn was muss man denn verstecken, wenn man eine reine Weste hat?!
Aber unterm Strich bleibt die lästige Tatsache, dass Liebe eine unergründliche Emotion ist. Und entweder sie ist da, oder nicht. Und wann immer sie von einer Seite fehlt, wird es für den anderen ganz übel. Was will mir das Universum mit diesem immer gleichen Scheitern meiner Beziehungen sagen? Vielleicht: „Hey, Sara! Heirate bitte einen bodenständigen netten Bankberater, bekomm paar Kinder und pflanze deine eigenen Tomaten an!"? Dann wäre es wohl ok. Aber was, wenn ok eben nicht gut genug ist? Was, wenn man, so wie ich, außergewöhnlich erwartet? Ist es eine logische Konsequenz, dann immer nach den ersten spannenden Monaten emotional zu verhungern, weil sich ein Alltag einstellt? Oder gibt es doch diesen einen Menschen, mit dem auch Alltag außergewöhnlich ist? Nun muss man sich entscheiden, ob man gern mit dem liebenswerten Spatz in der Hand zufrieden ist, oder doch der Taube am Horizont nachjagt.
Was denkt ihr?