GQ Men Award 2010

Es ist einer meiner jährlichen Lieblingstermine. Der GQ Men Award. Dort werden die „Männer des Jahres“ ausgezeichnet und Alle machen sich dafür extra chic. Auch ich quetsche mich in ein passables Kleid und unbequeme High Heels. Wer weiß, vielleicht fällt einem ja so ein „Mann des Jahres“ zufällig in dir Arme.
Die Verleihung findet in Berlins wunderschöner “Komische Oper“ statt und schon bei der Ankunft ist schnell klar: Das wird heute ganz großes Kino! Schaulustige und Fans drängeln sich an den Absperrungen um den Eingang, Fotografen prügeln sich und ein Hauch Hollywood kommt auf. Ich meistere meinen Gang über den roten Teppich ohne Patzer und erblinde fast im Blitzlichtgewitter als Michael Schuhmacher neben mir die Szene betritt. Gut, keiner von den schreienden Fans war gekommen um mich zu sehen aber ich arbeite daran.
Etwas verloren suche ich zwischen den 900 Gästen meinen Sitzplatz und schaffte es noch knapp zu Veranstaltungsbeginn. Gerade als ich sorgenvoll feststellen muss, dass ich schon nach nur 50 Meter nicht mehr in meinen hübschen Schuhen laufen kann, geht es schon bombastisch los! Ja, bombastisch ist ein großes Wort aber in diesem Fall angebracht . Es ist fast dunkel, man hört ein großes Orchester, die edlen Klänge erfüllen das traditionsreiche Gebäude, das Licht wird langsam heller, die oberen 1000 aus Wirtschaft, Politik und Medien starren auf die Bühne und da steht plötzlich : Bushido. Zack !
Damit hat jetzt keiner gerechnet. Noch bevor man sich aber fragen kann, ob er uns jetzt Alle als Geiseln nehmen will, fangen er und sein Kollege Kay One an zu der Untermalung des Orchesters zu rappen. Und es ist großartig! Was für ein mutiger Stilbruch, welch künstlerische Zusammenführung zweier grundverschiedener Welten- ich bin begeistert. Die zweistündige Verleihung glänzt aber auch nach dem furiosen Auftakt mit Witz, großen Namen und toller Show. Ich gebe zu, in Stunde zwei schlief mir ab und zu der Po ein, aber hey, that`s Showbusiness.
Als alle Herren ihren verdienten Preis entgegengenommen haben beginnt der spannendste Teil des Abends : Die Aftershowparty !
Aftershowpartys habe 2 große Vorteile: Freie Getränke und wichtige Leute. Und 2 gravierende Nachteile: Freie Getränke und wichtige Leute. Hat man sich im Griff, verbringt man einen spesenfreien Abend bei tollen Drinks, hervorragendem Essen und knüpft nebenbei wichtige geschäftliche Kontakte. Hat man sich allerdings weniger unter Kontrolle und merkt nicht, dass kostenloser Champagner trotzdem betrunken macht, kann das schnell zum Desaster werden. Da kann es dann schon passieren, dass man nach dem einen Glas zuviel die wichtigsten Leute der Branche mit „ Hey, was geht ab?“ begrüßt um ihnen dann, sentimental durch 2 Promille im Blut, tränennah zu erklären, dass die Liebe in der Branche ja völlig fehle.
Mit diesem Wissen bahne ich mir den Weg zu Bar und bestelle eine Cola. Flüssigkeitshaushalt gerettet, auf ins Getümmel. Die Männer sehen alle sehr elegant und stilvoll aus. Aber einer besonders. Mein Liebling Marcus Schenkenberg. Er hatte zuvor eine Laudatio halten dürfen und ist bester Laune. Marcus auf Partys zu treffen ist immer wunderbar, denn er dreht gern richtig auf. Das kann bis zu einer schamlosen Demonstration des „Robots“ führen. So auch heute- ach, ich liebe diesen Mann.
Am Ende des Raumes entdecke ich die bezaubernde Nina Kristin Fiutak. Sie sieht, wie immer, absolut hinreißend und perfekt gestylt aus. Ich mag sie wirklich sehr gern aber neben ihr sehe ich immer dick und plump aus. Wäre sie nicht meine Freundin, würde ich sie bitten immer 5 Meter Abstand zu mir zu halten.
Nina und ich schnappen uns den ersten und einzigen alkoholischen Drink des Abends und gehen sehr langsam durch die Menge. Sehr langsam weil wir erstens genau beobachten wer mit wem und warum da ist und zweitens weil wir beide nicht mehr in unseren mörderischen Schuhen laufen können. Auf unserem informativen Beutezug durch die Menge treffen wir dann auch einen gut gelaunten Bushido und dessen Freunde. Man mag über diese Truppe denken was man möchte aber ich kenne sie nur als äußerst zuvorkommende, nette Jungs mit sehr viel Humor. Deshalb bleiben Nina und ich auch genau dort hängen und spätestens als Cosimo, vielen bekannt als „Der Checker vom Neckar“ aus DSDS , sein weißes Dinnerjacket ablegt und mit einer betuchten Mittfünfzigerin die Tanzfläche rockt, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt. Dies verleitet nun auch mich die Folterinstrumente an meinen Füßen einfach auszuziehen und barfuss über den purpurroten Teppich der Oper zu flanieren. Das ist vielleicht nicht ganz ladylike aber definitiv saralike...


Hier noch der Link zum Event.

http://www.youtube.com/watch?v=8wFVTpw2rLk

Bei Minute 3:52 gerne mal ganz genau hinsehen ;-)